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Ep. 16 - Nimm den kleinen Löffel, du Ei!

Veröffentlicht am 13. Februar 2021
Aufgenommen am 3. Dezember 2020 in Bückeburg
Dabei waren: Dieter und Marcel

Alles falsch: Knigge hat keine Benimmregeln verfasst. Die Brüder Grimm haben keine Märchen geschrieben. Schaumburg gehörte nie zu Preußen. Und Darwin hat sich nie um Anpassung bemüht. Nur Wilhelm Busch, der war so, wie er war.
  • Alles falsch verstanden
  • Knigge
  • Über den Umgang mit Menschen
  • Als Benimmbuch missverstanden
  • Brüder Grimm
  • Charles Darvin
  • Grundgedanken von Darwins Theorie
  • Argumentation
  • Weiteres
  • Links und Quellen
  • Leseempfehlung
  • Videos zu den Themen

Alles falsch verstanden

Knigge

Über den Umgang mit Menschen

Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge war ein deutscher Schriftsteller und Aufklärer. Von 1780 bis 1784 war er ein führendes Mitglied des Illuminatenordens. Bekannt wurde er vor allem durch seine Schrift Über den Umgang mit Menschen. Sein Name steht heute stellvertretend, aber irrtümlich, für Benimmratgeber, die mit Knigges eher soziologisch ausgerichtetem Werk im Sinne der Aufklärung nichts gemeinsam haben.

1788 erschien die erste Ausgabe seines wohl bekanntesten Werkes Über den Umgang mit Menschen (heute einfach kurz als „Knigge“ bekannt). Knigge beabsichtigte damit eine Aufklärungsschrift für Taktgefühl und Höflichkeit im Umgang mit den Generationen, Berufen, Charakteren, die einem auch Enttäuschungen ersparen sollte. Man kann seine durchdachten und weltkundigen Erläuterungen sehr wohl als angewandte Soziologie würdigen, was in den Abschnitten Über den Umgang mit Kindern, Über den Umgang mit Ärzten, Über den Umgang mit Jähzornigen, Über den Umgang mit Schurken und nicht zuletzt Über den Umgang mit sich selbst deutlich wird.

Als Benimmbuch missverstanden

Irrtümlicherweise wurde dieses Buch späterhin als Benimmbuch missverstanden, oft nur nach Hörensagen. Dieses Missverständnis verstärkte bereits der Verlag, indem er nach dem Tode von Knigge das Werk um Benimmregeln erweiterte. Außerdem ist bekannt, dass etwa alle zehn Jahre eine neue Ausgabe herausgegeben wurde – hauptsächlich mit Kleiderregeln. Heute erwartet man von einem „Knigge“ meist Hinweise, wie man Rot- zu Weißweingläsern beim gedeckten Tisch zueinander gruppiert; derlei überging Knigge selbst jedoch völlig.

Brüder Grimm

Grimms Märchen nennt man volkstümlich die berühmte Sammlung Kinder- und Hausmärchen, die Jacob und Wilhelm Grimm, genannt die Brüder Grimm, von 1812 bis 1858 herausgaben.

Die Brüder sammelten auf Anregung der Romantiker Clemens Brentano, Achim von Arnim und Johann Friedrich Reichardt ursprünglich für deren Volksliedersammlung Des Knaben Wunderhorn ab 1806 Märchen aus ihrem Bekanntenkreis und aus literarischen Werken. Sie waren ursprünglich nicht nur für Kinder gedacht, sondern entstanden vor allem aus volkskundlichem Interesse und erhielten entsprechende märchenkundliche Kommentare. Wilhelm Grimms sprachliche Überarbeitungen schufen daraus einen Buchmärchenstil, der bis heute das Bild von Märchen prägt.

Charles Darvin

Über die Entstehung der Arten ist das Hauptwerk des britischen Naturforschers Charles Darwin (1809–1882). Es wurde am 24. November 1859 veröffentlicht und gilt als grundlegendes Werk der Evolutionsbiologie. Der vollständige Titel lautete: On the Origin of Species by Means of Natural Selection, or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life.

Bis ungefähr 1880 kamen die Wissenschaftler mehrheitlich zur Überzeugung, dass die Evolution mit Stammbaum der Lebewesen und gemeinsamem Ursprung Tatsache sei. Die meisten Forscher lehnten aber den von Darwin vorgeschlagenen Mechanismus ab, nämlich die natürliche Selektion als Motor der Evolution.

Grundgedanken von Darwins Theorie

  1. Jede Art bringt genügend Nachkommen hervor, sodass die Population wachsen würde, wenn alle Nachkommen überlebten (Tatsache).
  2. Trotz (periodischer) Schwankungen bleiben Populationen stets etwa gleich groß (Tatsache).
  3. Ressourcen wie Nahrung sind begrenzt und ihr Umfang im Verlauf gleich bleibend (Tatsache).
  4. Daraus folgt ein Kampf ums Überleben (Schlussfolgerung).
  5. Die Individuen einer Population unterscheiden sich deutlich voneinander (Tatsache).
  6. Diese Variationen sind erblich (Tatsache).
  7. Individuen, die weniger gut an ihre Umwelt angepasst sind, haben eine geringere Überlebenschance und weniger Nachkommen. Individuen, die besser an ihre Umwelt angepasst sind, haben eine höhere Überlebenschance und mehr Nachkommen. Sie vererben ihre Eigenschaften. Dies resultiert in einer natürlichen Selektion (Schlussfolgerung).
  8. Dieser langsam voranschreitende Vorgang führt dazu, dass Populationen von Lebewesen besser an ihre Umwelt angepasst sind. Wenn sich Veränderungen anhäufen, entstehen neue Spezies (Schlussfolgerung).

Argumentation

[…]So wird etwa die in der Taxonomie oft auftretende Schwierigkeit, zwischen Varietäten und Arten zu unterscheiden, verständlich, wenn – wie Darwin meinte – Varietäten beginnende Arten sind. Die Regel, dass „die Natur keine Sprünge macht“ (natura non facit saltum), passt gut zu Darwins Theorie, die mit einer Häufung kleiner aufeinanderfolgender günstiger Abänderungen rechnet. Verständlich wird auch, „dass nicht alle Einrichtungen in der Natur absolut vollkommen sind“. „Geben wir zu, dass die geologischen Urkunden hochgradig lückenhaft sind“, passen auch diese zu Darwins Theorie. „Die Ähnlichkeit des Knochengerüstes der Menschenhand, des Fledermausflügels, der Ruderflosse des Tümmlers und des Pferdefußes“ erklärt „sich leicht aus der Theorie der Abstammung mit geringen, allmählich aufeinanderfolgenden Abänderungen“.

Weiteres

Links und Quellen

Leseempfehlung

Adolph Freiherr von Knigge: Der Original-Knigge in modernem Deutsch
The Autobiography of Charles Darwin
Charles Darwin: Der Ursprung der Arten
Richard Dawkins: Das egoistische Gen
Kinder- und Hausmärchen: Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm

Videos zu den Themen

Jordan B. Peterson: How Women select Men (Natural Selection)
In this lecture Jordan B. Peterson talks about genetics, sexual selection and dominance hierarchy.

Richard Dawkins: Growing up in the Universe | The Royal Institution
The world-famous evolutionary biologist Richard Dawkins presents the Royal Institution CHRISTMAS LECTURES in 1991. Original broadcast live on the BBC, the series explored "our own growing knowledge of how life grows up in the universe." This is the first lecture in the series entitled "Waking up in the Universe".